Marktchance für vollautomatisiertes Biegen

Kraftstoffleitungen können durch die Automatisierung des Biegens deutlich schneller und wirtschaftlicher produziert werden.Der allgemeine Felss-Ansatz „Shortcut Technologies“ ist also auch beim Biegen von Rohren aus Metall oder Federstahl immer Programm: Die Experten suchen nach besonders effektiven und „schlanken“ Anlagenlösungen, die sich perfekt an wechselnde Produktionsaufgaben bei den Anwendern anpassen lassen.


Felss Produktionslösung ganz anders

„Wir haben den hergebrachten Produktionsablauf analysiert. Die Frage war: Ist eine effektivere und flexiblere Herstellung mit kürzeren Taktzeiten möglich?“, erklärt Markus Preisinger von Felss Systems.
„Wir haben den hergebrachten Produktionsablauf analysiert. Die Frage war: Ist eine effektivere und flexiblere Herstellung mit kürzeren Taktzeiten möglich?“, erklärt Markus Preisinger von Felss Systems.

Für die Herstellung einer Kraftleitung aus Kunststoff, setzen viele Unternehmen notgedrungen auf einen alten und schwierigen Produktionsprozess: Ein Stützdraht wird zuerst manuell in die umgebogene Leitung eingeführt. Anschließend wird sie auf 170 Grad erhitzt. Danach wird mit Hilfe einer Hitzebekleidung das Bauteil manuell entnommen, Biegung für Biegung in eine Form gelegt und erneut auf die Verformungstemperatur erhitzt. Zuletzt kühlen Form und Rohr ab. Dann wird das Rohr entnommen und der Draht wieder herausgezogen. Dieser Prozess ist nicht nur langwierig und teuer, er ist auch unflexibel.   Eine ganz andere Produktionslösung haben die Rohrspezialisten von Felss Systems in Nesselwang nun entwickelt: Dabei bringen zehn Sechs-Achs-Roboter eine Kraftstoffleitung gleichzeitig und vollautomatisch in die richtige Form. Die Leitung wird aufgeheizt und durch einen Roboter gebogen. Während der Roboter die gebogene Leitung hält, wird sie gekühlt und danach vom Roboter abgelegt. Durch das Reduzieren der Prozessschritte ist das vollautomatisierte Biegen von Felss ein wahrer Shortcut!

Fertigung von Einspritzsystemen: radikal anderer Ansatz

Felss Einspritzleitung
Felss Einspritzleitung

„Wir haben den hergebrachten Produktionsablauf analysiert. Die Frage war: Ist eine effektivere und flexiblere Herstellung mit kürzeren Taktzeiten möglich?“, erklärt Markus Preisinger von Felss Systems. Die Rohrspezialisten setzten in der Folge auf einen radikal anderen Ansatz: Industrieroboter sollten das erhitzte Rohr im freien Raum bearbeiten und biegen, so der Plan. Vorgefertigte Formen für die Leitungen würden auf diese Weise genauso überflüssig werden wie die Prozessschritte „von Hand“. Allerdings ist die simultane Steuerung von zehn verschiedenen Sechs-Achs-Robotern selbst für Hersteller von Robotern nicht alltäglich. „Zu diesem Zeitpunkt hatte unser Zulieferer nur die simultane Steuerung von vier Robotern erprobt. Wir konnten in diesem Zusammenhang einen entscheidenden Pluspunkt bei der Entwicklung der Anlage einbringen, nämlich die intelligente Steuerungs- und Programmier-Oberfläche von Felss Systems (SPOB). Mit ihrer Hilfe lässt sich der gesamte Ablauf prozesssicher berechnen und an die Robotersteuerungen übertragen“, so Preisinger.

Völlige Flexibilität beim Biegen

Felss CBC Compact
Felss CBC Compact

Mit SPOB vollzieht sich in der Anlage eine Art komplexes Roboterballett. Das erwärmte Rohr wird von einem Greifarm aufgenommen, dann gleichzeitig von insgesamt zehn Roboterarmen gebogen und in der Stellung festgehalten, bis es vollständig abgekühlt ist. „Natürlich ist bei diesem Prozess die Ausbringung geringer, wenn man ihn mit einer Herstellung vergleicht, bei der gleichzeitig mehrere Rohrformen zum Einsatz kommen. Allerdings ist die Lösung völlig flexibel: Durch sehr kurze Rüstzeiten sind speziell kleine Losgrößen kostengünstiger zu realisieren. Veränderungen bzw. Korrekturen an der Rohrgeometrie werden direkt in den Prozess eingepflegt ohne dass neue Biegevorrichtungen gefertigt werden müssen. Somit ergibt sich in der Gesamtheit wiederum eine kosteneffiziente Anlage“, betont Preisinger.