JUBILÄUM FÜR „JUGEND FORSCHT“ IN PFORZHEIM: MASCHINENBAUER & KOMPONENTENFERTIGER FELSS SETZT SEIT ZEHN JAHREN IMPULSE FÜR EXPERIMENTIERFREUDE IN DER REGION


Galerie der guten Ideen: Über 70 Tüftler haben beim 10. Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ am 22. Februar gezeigt, wie sie fachliches Know-how und kreatives Potenzial zur hohen Kunst der Forschung kombinieren.  Sie präsentierten abstrakte Collagen aus Zahlen, Berechnungen und Beweisen – Mathematik für Genießer. Sie brachten „Ist“ und „Soll“, „Vorher“ und „Nachher“ von Forschungsreihen mit ausgefeilten Grafiken auf den Punkt. Ihre Fotos bewegten, klärten auf und dokumentierten. Einmal mehr hatten die Jungforscher das Foyer im VolksbankHaus Pforzheim in einen Ausstellungsraum für Visionen, Wissenschaft und Technik verwandelt. Sie skizzierten phantastische Ideen, illustrierten Wege der Veränderung und wagten das Ungewöhnliche, passend zum Motto der diesjährigen Ausstellung: „Spring“. Im Mittelpunkt der rund 40 Projekte aus den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Physik, Geo- und Raumwissenschaften, Technik sowie Mathematik und Informatik standen dabei: experimentelle Kunst, Performance-Art und Live-Acts bei Versuchsanordnungen und Testläufen.

„Spring“ – den Ide(e)-Alismus, neue Impulse bei der Nachwuchsförderung von Kindern und Jugendlichen aus der Region zu setzen, hatte im Jahr 2009 auch das Unternehmen Felss aus Königsbach-Stein, als es den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ für Mittelbaden / Enz mit aus der Taufe gehoben hat. Seit zehn Jahren begleitet der international agierende Komponentenfertiger, Maschinen- und Anlagenbauer die Initiative mit Pioniergeist, Leidenschaft und Neugier.  

„Die Patenunternehmen, die sich als Gastgeber der Wettbewerbe engagieren, sind ein zentraler Bestandteil des bundesweiten ,Jugend forscht‘-Netzwerks aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Schulen. Ohne ihre umfassende Unterstützung wäre ,Jugend forscht‘ nicht denkbar“, betont Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Mit ihrem Engagement leisten unsere Partner einen wichtigen Beitrag, die Nachwuchskräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu finden und zu fördern, die wir in Wirtschaft und Wissenschaft auch künftig dringend benötigen.“ Dabei hat Baden-Württemberg sich auch 2018 mit 1450 Anmeldungen von deutschlandweit 12069 Anmeldungen für „Jugend forscht“-Wettbewerbe wieder einen Platz im Spitzentrio gesichert, nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der Anmeldungen höher.
Forschergeist ist in Pforzheim und Enzkreis keine Frage des Alters: Mit ihren zehn Jahren untersuchten Nelly Bittel und Malina Greis aus Neuenbürg bereits, wie sich Wasser mit einfachen Mitteln filtern lässt. Sie starteten in der Junior-Sparte des „Jugend forscht“-Wettbewerbs „Schüler experimentieren“ für Tüftler ab Klasse vier bis zum Alter von 14 Jahren.

Mathe, Information, Natur und Technik haben als Männerdomänen längst ausgedient: 40 Prozent der Teilnehmer beim diesjährigen Treffen der Nachwuchstalente waren Jungforscherinnen. So tüftelte die 17-jährige Katja Rentschler aus Pforzheim zusammen mit Max Oliver Burgard aus Büchenbronn daran, wie sich die Beladung von Lastwagen optimieren lässt, während Julia Schesler (18) aus Pforzheim und Julia Müller (17) aus Birkenfeld sich der umweltschonenden Verpackung im E-Commerce von  Lebensmitteln widmeten. Mira Bereuther (18) aus Karlsruhe analysierte die Bewegung der Schulter beim Laufen. Die beiden 15-jährigen Katja Bäuerle aus Bretten und Elisabet Hase aus Sulzfeld tüftelten im Trio mit Yannik Zausig (16) aus Walzbachtal an der Sensorik für einen Smart-Becher, mit dem sichergestellt werden soll, dass Senioren genügend trinken.

Jung oder ganz jung, Junge oder Mädchen – der Neugier waren keine Grenzen gesetzt: Wie genau arbeiten GPS-Empfänger? Was kann eine 3D-Kamera? Welche Faktoren beeinflussen die Farbe von Gottesanbeterinnen? Die jungen Forscher hinterfragen Werbeversprechen und Alltagsroutinen, sie suchen bodenständig-praktisch nach perfekten Putzmitteln für weiße Sneaker oder entwickeln Visionen für die Speisekarte einer künftigen Marsmission.

„Der Optimismus, die Neugierde, der Wille die Dinge anders und im besten Sinne besser machen zu wollen – das ist etwas, was mich bei Jungforschern jedes Mal aufs Neue fasziniert. ,Jugend‘ forscht ist eine gute Initiative, um dieses Potenzial freizusetzen, ihm ein Ziel und eine Plattform zu geben. Dabei ist es für mich unheimlich spannend, zu sehen, wie ganz unterschiedliche Menschen mit Blick auf eine übergeordnete Idee zwanglos zu Teams zusammenfinden und extrem effektiv miteinander arbeiten: Macher, Schaffer, Träumer und Spaßtypen. Diese positive Gruppendynamik ist auch in Entwicklungsabteilungen ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor“, erklärt Andreas Egelseder, Chief Market & Technology Officer Felss Group GmbH. 

Bei der Ideenvielfalt fiel der Jury die Entscheidung für die ersten Plätze in den jeweiligen Kategorien nicht leicht. Die Sieger qualifizieren sich je nach Alter automatisch für den Landeswettbewerb in der Sparte „Jugend forscht“ (Teilnehmer bis 21 Jahre) vom 20. bis 22. März in Stuttgart beziehungsweise für den Landeswettbewerb in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“ (Teilnehmer ab 4. Klasse bis 14 Jahre) vom 26. bis 27. April in Balingen. Die Juroren um den wissenschaftlichen Wettbewerbsleiter Andreas Enderle vergaben auch mehrere Sonderpreise, darunter den Felss-Shortcut-Sonderpreis, der in diesem Jahr an Oliver Valta aus Ottersweier ging. Der Schüler vom Gymnasium Achern machte Audio-Aufnahmen der besonderen Art, indem Lichtquellen in hörbare Frequenzen umwandelte.

„Für unsere Technologien der, intelligenten Abkürzungen‘, wie wir sie beispielsweise bei der ressourcenschonenden Verarbeitung von Metallen im Weg der Kaltumformung einsetzen, haben wir den Begriff Felss Shortcut Technologies geprägt. Dabei gilt es, den Einsatz von Energie, Zeit, Arbeitskraft und Rohstoffen laufend zu überdenken, zu hinterfragen, verschiedene Blickwinkel einzunehmen und Prozesse gedanklich auch einmal auf den Kopf zu stellen – schließlich ist eine Abkürzung das, was nicht ausgeschildert ist. Diese Philosophie verkörpert auch das Projekt des diesjährigen Preisträgers“, erläuterte Urs Machtolf , Konstrukteur bei der Firma Felss Systems GmbH. „Ungewöhnlicher Dreh, große Wirkung - mit der Idee von Oliver Valta werden Alltagsgegenstände tatsächlich in ein ganz neues Licht gerückt.“

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