Rundkneten im Überblick

Durch Rundkneten werden Bauteile leicht, präzise und effizient hergestellt. Außerdem eröffnet Rundkneten ein hohes Maß an Designfreiheit. Das spanlose Bearbeitungsverfahren wurde vor über 100 Jahren entwickelt, bietet aber auch heute viele Vorteile.


Denn gerade in der weltweit agierenden Automobilindustrie kommt es heute auf eine kostengünstige und gleichzeitig sichere Produktion an. Das Rundknetverfahren ermöglicht den Einsatz weniger hochwertiger Werkstoffe sowie von Rohrrohlingen anstelle von massiven Edelstählen. Die Umformung selbst sorgt für eine Belastbarkeit und Festigkeit der Bauteile, wie beispielsweise bei Vorderachsen oder Lenkwellen, die mit spanenden Verfahren nur zu deutlich höheren Kosten zu erreichen wären.

Gleichzeitig kann Material eingespart und so das Gewicht des Bauteils reduziert werden, insbesondere bei Antriebswellen und Leitradwelle ist dies interessant. Denn dies führt zu Kraftstoffeinsparungen und der Reduzierung von Emissionen bei den Fahrzeugen – einem wesentlichen Ziel des modernen Automobilbaus.

Das Rundkneten ist geeignet, verschiedenste Außen- und Innengeometrien zu formen. Dies geschieht durch den Einsatz von Dornen und durch die unterschiedliche Verfahrens- bzw. Bewegungsmöglichkeiten der Werkzeuge relativ zum Werkstück. Einen Schlauchanschluss zu formen ist damit ebenso möglich wie die hochpräzise und schnelle Fertigung von Lenkspindeln, Airbag-Zylindern oder Stellradantrieben. Somit wird eine maximale Designfreiheit für sichtbare und nicht sichtbare Bauteile und Komponenten ermöglicht.


Vorschubreduzieren
Einstechrundkneten
Dorn

Verfahrensprinzip

Vorschubverfahren

Beim Vorschubverfahren, auch Vorschubreduzieren genannt, wird das Werkstück axial den Werkzeugen zugeführt. Die Werkzeuge umschließen den zu reduzierenden Querschnitt nahezu ganz oder zu einem großen Teil und wirken gleichzeitig radial, während das Werkstück rotierend, relativ zu den Werkzeugen umläuft.

Ergebnis:

  • lange, reduzierte Querschnitte am Werkstückende
  • flache Übergangswinkel

Einstechverfahren

BBeim Einstech-Verfahren wird das Werkstück in die geöffneten Werkzeuge gestellt. Während des Umformprozesses führen die Werkzeuge eine radiale Vorschubbewegung aus.

Kombinierte Verfahren

Durch die Kombination beider Verfahren lassen sich Reduzierungen in der Mitte des Bauteils erzeugen, die nicht durch die Länge des Werkzeugs begrenzt sind.

Ergebnis:

  • Örtliche Querschnittsverminderung (auch in der Werkstückmitte)
  • Herstellung steiler Übergangswinkel

Für beide Verfahrensvarianten gilt: Durch zusätzlich eingesetzte Dorne können komplexe und hochpräzise Innenkonturen hergestellt werden – und das während der gleichzeitigen Bearbeitung des Außendurchmessers.